Am Anfang
Ich bin ein echtes „Grubenpony“, mein Vater und mein Bruder waren noch richtig auf Zeche. 21 Jahre Essen: das waren wilde Kinderjahre mit meinen großen Geschwistern und eine wirklich supertolle Schulzeit.

In der Ausbildung
Der Spaß in der Schule hat sich dann auch gelohnt: Mit meinem Einser-Abi konnte ich in Dortmund Journalistik studieren, dazu Volkswirtschaftslehre. Und da ging der Spaß weiter: Neues lernen, Party machen ... Nebenbei erste kleine Reportagen für die Westfalenpost Schwelm und die NRZ Oberhausen und beim Radio im WDR-Studio Essen.

Beim Radio
Mitten im Studium: Volontariat bei der Deutschen Welle – da bin ich schon richtig ans Arbeiten gekommen: Moderationen, Reportagen, Dokumentationen. Und gleich weiter zum WDR-Studio Köln als Reporterin und Moderatorin. Nebenbei noch Beiträge für den Deutschlandfunk. Und dann mit einer halben Stelle bei der Deutschen Presse-Agentur in Bonn Radiobeiträge über bundespolitische Themen. Hauptsache Radio, am liebsten live und draußen - aber gerne auch mal aushilfsweise als Redakteurin.

Als Moderatorin beim Fernsehen
Bis dann das ZDF neue Moderatoren für die absolut angesagte Sendung „Doppelpunkt“ sucht. Tausende bewerben sich, knapp 100 werden gecastet und irgendwie bin ich es dann geworden. Großartige zwei Jahre. Tolle Gespräche über den Tod, über Sex oder die Rente - und das im Fernsehen. Angekommen, mit Anfang 20

Als Redakteurin
Es wird dann etwas ernster, als ich als Redakteurin in die Innenpolitik komme. Wahlsendungen, „ZDF spezial“, der „Länderspiegel“ und vor allem „Was nun, ...?“ Fragenkonzepte, Sendungslayout, Ablaufredaktion und lange Abende mit Gerhard Schröder, Oscar Lafontaine oder Edmund Stoiber. Nebenbei moderieren, bei 3sat, und dann auch wieder bei meinem Heimatsender WDR – die „Lokalzeit“ aus Köln. In einer meiner ersten Moderationswoche habe ich geheiratet, hieß am Montag noch Susanne Herwig und war am Dienstag dann schon Frau Wieseler.

Als Filmemacherin und Produzentin
Und weil das ja nicht alles gewesen sein kann und das Büro auch irgendwie eng wird, gehe ich raus und mache Filme. Lange Dokus übers Steuersystem, Reportagen über Schwarzarbeiter und vor allem Reportagereihen. Zwei Jahre lang Paare begleiten, die versuchten ein Kind zu bekommen, per künstlicher Befruchtung in der Uni-Klinik Heidelberg. Sehr intensiv, schlafen mit dem Handy unterm Kissen, weil ja jederzeit was passieren kann. Sechs halbe Stunden sehr intimes Fernsehen.

Trailer "Doppelpunkt" ZDF
Die erste Autogrammkarte

Zwischendurch werde ich selbst dann auch schwanger. Und schleppe meine Tochter öfter mal mit, zum Drehen und zum Schneiden. Auch beim nächsten Riesenprojekt „Kinderklinik“ wieder viel Schicksal und große Nähe. Einfacher war es bei den selbst produzierten Filmen, einem langen Herbert Grönemeyer-Portrait zum Beispiel - ein Held meiner Jugend ...

Und der ganze wunderbare Rest
Mit der „Aktuellen Stunde“ ist dann ein bisschen Ruhe reingekommen - und mit meiner Familie das große Glück. Drei Jahre nach meiner Tochter Margo ist Karlo geboren, ein genauso wunderbares Kind. Und mit meinem Mann bin ich so glücklich, dass wir sogar gefahrlos zusammen arbeiten können – er macht Filme. Bei „Wieselers Reisen“ haben wir auch mal alle vier zusammen vor der Kamera gestanden.

Buchtitel "Einfach Kinder kriegen"

Und weil es mir ein echtes Anliegen war, habe ich auch noch ein Buch geschrieben: „Einfach Kinder kriegen. Wie Familie glücklich macht.“ Es ist mir - auch privat - einfach wichtig den Leuten zu sagen: Im Zweifel soll man einfach Kinder kriegen, das ist viel besser als man denkt, geheimnisvoll wunderbar – und man muss nicht mal sein altes Leben dafür aufgeben.

Jetzt moderiere ich also mit großer Begeisterung die „Aktuelle Stunde“ im WDR Fernsehen. Tolle Sendung, Klasse‐Team. Dazu kommen Sondersendungen („WDR extra“), Promi‐Interviews („5 Min. mit“) und Reportereinsätze. Gerne auch – saisonabhängig – Sendungen wie „Weiber live“ an Weiberfastnacht, das Sommerkonzert und das Adventskonzert der Landesregierung („NRW feiert Advent“), auch mal eine Show („NRW Duell spezial“ oder „NRW packt’s an“)

Außerdem moderiere ich Veranstaltungen für Ministerien, Unternehmen oder Verbände, arbeite als Trainerin für Führungskräfte und Journalistenkollegen sowie für die Deutsche Welle Akademie als Moderations‐ und Medientrainerin - auf deutsch und englisch, im In- und Ausland.

Wenn neben Job und Familie Zeit bleibt, dann drehe ich mit Vorliebe Hunderunden mit Polly, unserem Goldendoodle, nähe mir Fernseh-Kleider oder buddele im Garten. Urlaub machen wir gerne irgendwo in der Nähe: Skifahren in Österreich oder Ferienhäuschen in Frankreich –

unspektakulär schön.

© 2019 by Susanne Wieseler

Detmold, 2018Essen, 2018